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Vor-Ort-Bericht aus Rumänien • Juli 2026

„Wir haben niemanden außer Dir“ – Die Geschichte von Pepe und Tabita

Wie schwere Krankheiten und eine drohende Räumung eine fünfköpfige Familie an den Rand der Existenz drängen – und warum ein eigenes Haus ihre letzte Hoffnung ist.

Man hört das laute, rhythmische Rattern der Züge lange, bevor man sie an den Schienen vorbeirasen sieht. Direkt neben den Bahngleisen, auf dem staubigen Gelände der rumänischen Staatsbahn CFR, liegt das provisorische Zuhause von Dobra Loredan Marian (34) – den hier alle nur Pepe nennen – und seiner Frau Tabita (27). Als wir ankommen, werden wir mit einer Wärme und Herzlichkeit empfangen, die uns sofort tief berührt. Die Kinder Damaris (11), Răzvan (9) und der zweijährige Ayan wuseln aufgeweckt um uns herum. Doch hinter dem Lächeln der Familie verbirgt sich eine Lebensrealität von bedrückender Härte.

Pepe und Tabita mit ihren drei Kindern vor ihrer einfachen Unterkunft an den Bahngleisen Ein seltener Moment der Ruhe: Pepe und Tabita mit Damaris, Răzvan und dem kleinen Ayan vor ihrer Unterkunft.

Seit über zehn Jahren sind Pepe und Tabita verheiratet. Einst träumten sie von einer besseren Zukunft, arbeiteten zeitweise sogar gemeinsam im Ausland, um Geld für ein eigenes, sicheres Haus anzusparen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Das hart verdiente Ersparte schwand dahin, als Pepe schwer erkrankte – und mit der Krankheit zerbrach auch die Hoffnung, aus eigener Kraft jemals wieder auf einen grünen Zweig zu kommen.

Ein Alltag voller körperlicher Lasten

Seit 16 Jahren leidet Pepe an Diabetes. Vor zwei Jahren kam der nächste, lebensverändernde Schlag: Nierenversagen. Seitdem muss er dreimal wöchentlich zur Dialyse. „Morgens um fünf Uhr verlässt er das Haus und kommt mittags völlig erschöpft zurück“, erzählt Tabita leise. „An manchen Tagen geht es ihm gut, dann umarmen wir uns und freuen uns über die gemeinsame Zeit. Aber an den schlechten Tagen kommt er einfach nach Hause und ist erschöpft. Ich muss ihm ins Bett helfen, ihm die Schuhe ausziehen. Ich bete dann nur: Herr, lass ihn für uns am Leben.“

Aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung darf Pepe nicht mehr als fünf Kilogramm tragen. Jede körperliche Arbeit im und um das Haus lastet somit auf Tabitas Schultern. Und diese Last ist im wörtlichen Sinne schwer: Da es im Haus kein fließendes Wasser gibt, muss sie das Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen in schweren Plastikkanistern zu Fuß von einer entfernten Quelle holen. Zudem ist die Stromversorgung unzureichend und instabil. Im Winter kommt die nächste Herausforderung hinzu: Tabita schneidet das Brennholz mit der Kettensäge selbst, um das Schlafzimmer der Familie warm zu halten.

„Das Wasser ist mein größtes Problem. Wenn ich zu Hause bei den Kindern bleiben muss, kann niemand Wasser für uns holen.“

Plastikkanister, mit denen Tabita täglich das Trinkwasser von der Quelle holen muss Tägliche Schwerstarbeit: Mit diesen Kanistern holt Tabita das gesamte Trinkwasser der Familie von einer weit entfernten Quelle.

Die Sorge um die Kinder lässt sie nicht schlafen

Zu Pepes gesundheitlichen Problemen kommen die Sorgen um die Kinder. Der zweijährige Ayan leidet unter epileptischen Anfällen. Seine Mutter erinnert sich unter Tränen an den 5. Mai 2024 – den Tag seines ersten großen Anfalls auf einem Parkplatz:

„In meinen Armen verdrehte er plötzlich die Augen, hatte Schaum vor dem Mund und meine Hände verkrampften sich vor Angst. Ich ließ mich auf die Knie fallen und schrie nur: ‚Herr, nimm mir mein Kind nicht weg!‘ Meine großen Kinder legten ihre Hände auf ihn und beteten: ‚Herr, bitte heile unseren Bruder.‘ In diesem Moment kam er wieder zu sich und sagte leise: ‚Mama‘.“

Ayan muss seine Medikamente (Depakine) regelmäßig bekommen, um weiteren Anfällen vorzubeugen. Für die Familie ist dies im Alltag eine große Verantwortung, die viel Aufmerksamkeit erfordert.

Gleichzeitig wächst die Sorge um die elfjährige Damaris. Sie leidet an einer angeborenen Sehbehinderung mit Werten von fünf bis sechs Dioptrien. In der Schule konnte sie der Tafel oft nicht folgen und musste den Kopf tief über die Hefte senken, um überhaupt etwas zu erkennen. Die Ärzte in Timișoara sagen, dass sie im Alter von 18 Jahren dringend operiert werden muss. Tabita würde gerne früher zur Kontrolle fahren, doch im Moment fehlt das Geld für den weiten Transport und die medizinischen Gebühren.

Das enge Schlafzimmer, das sich die fünfköpfige Familie teilen muss Die Familie teilt sich ein einziges Schlafzimmer.

Die drohende Räumung im Spätsommer

Jetzt droht der Familie der absolute Kollaps: Sie müssen ihre Unterkunft verlassen. Das Haus, in dem sie leben, war einst die Dienstwohnung von Pepes verstorbenem Vater, der bei der Staatsbahn (CFR) gearbeitet hatte. Einen offiziellen Mietvertrag gibt es nicht. Da die Bahn das Gelände nun umbaut, neue Schienen verlegt und modernisiert, rücken die Bauarbeiten unaufhaltsam näher. Bereits im August oder September soll das Gebäude geräumt werden.

„Wohin sollen wir gehen? Wir haben keinen Ort, an den wir gehen können“, sagt Tabita verzweifelt. Auf dem freien Markt in der Stadt kostet die günstigste Miete rund 200 Euro im Monat – Nebenkosten für Wasser und Strom nicht eingerechnet. Für die Familie ist das unbezahlbar. Ihr gesamtes Einkommen besteht aus Pepes kleiner Erwerbsminderungsrente und Tabitas Pflegegeld als seine Betreuerin – zusammen knapp 780 Euro für fünf Personen. Vor wenigen Tagen erhielten sie zudem die Nachricht, dass Pepes Grad der Behinderung herabgestuft werden soll, was ihr Budget weiter verringern würde. Nach Abzug von Lebensmitteln und den Fahrten zur Dialyse bleibt am Monatsende absolut nichts übrig.

Der Traum von Sicherheit und einem Badezimmer

Trotz all dieser Schicksalsschläge verliert die Familie ihren Glauben nicht. Pepe und Tabita klagen kaum. Stattdessen schöpfen sie Kraft im gemeinsamen Gebet. Jeden Abend knien sie mit ihren Kindern nieder und bitten um Gesundheit und Schutz. Damaris und Răzvan verstehen mittlerweile die Situation, doch sie teilen ihre kindlichen Träume mit uns. „Mama, ich möchte auch ein Badezimmer haben. Ich möchte mich baden können. Ich möchte mein eigenes Zimmer haben und einen Schreibtisch für meine Hausaufgaben“, fragen sie.

Tabita teilt mit uns einen Traum, der sie fast jede Nacht begleitet:

„Ich träume jede Nacht davon, in einem eigenen Haus zu sein. Nicht von außen, sondern von innen. Ich träume, dass ich in einem einfachen, weißen Zimmer stehe. Da ist ein Bett, ein Tisch und ein Schrank. Und ich freue mich mit meinen Kindern. Ich wünsche mir keine großen, luxuriösen Bedingungen. Selbst wenn es nur ein einziges Zimmer ist – Hauptsache, es gehört uns und niemand kann es uns mehr wegnehmen.“


Wie Sie Pepe & Tabita helfen können

Wir möchten Pepe, Tabita und ihre Kinder nicht der Obdachlosigkeit überlassen. Gemeinsam als Hilfswerk setzen wir uns das Ziel, **20.000 €** zu sammeln. Mit diesem Geld wollen wir für die Familie ein einfaches, kleines Haus in Rumänien erwerben – ein sicheres Zuhause mit fließendem Wasser, einer Küche und einem Badezimmer für die Kinder. Ein Ort, an dem sie keine Angst vor Vertreibung mehr haben müssen.

Werden Sie Teil der Hilfe

Jede Spende bringt Pepe, Tabita und ihre drei Kinder ihrem Traum von einem sicheren Zuhause näher. Ihre Hilfe kommt ohne Abzüge direkt vor Ort an und wird zweckgebunden für den Hauskauf verwaltet.